Keine globale Meldung
Autorinnen und Autoren erfassen KI-Hilfe nicht weltweit nach einer einheitlichen Regel.
Datenatlas, Stand 23. August 2026
Wie viel Forschung entsteht? Wo hilft KI wirklich? Und was ist Fortschritt, aber noch kein Beweis? Ein visueller Atlas aus Messwerten, Schätzungen und überprüfbaren Ereignissen.
Messwerte sind gezählt. Schätzungen hängen von einer Methode ab. Ereignisse gelten nur unter den jeweils genannten Bedingungen.
3.141.677
arXiv meldete am 23. August 2026 exakt diese Zahl neuer, direkt eingereichter Arbeiten. Das ist fast π × eine Million und ein schöner Zufall, keine mathematische Aussage.
arXiv: monatliche EinreichungenGleicher Monat, zehn Jahre Abstand. So wird der saisonale Effekt kleiner. Der Anstieg beweist nicht, dass KI ihn verursacht hat.
Die zentrale Datenlücke
Autorinnen und Autoren erfassen KI-Hilfe nicht weltweit nach einer einheitlichen Regel.
Studien beobachten verschobene Wortmuster in großen Textsammlungen, keine sicheren Einzelfälle.
Übersetzen, Glätten, Umschreiben und inhaltliches Erzeugen lassen sich nicht zuverlässig trennen.
Eine peer-reviewte Studie untersuchte 1.121.912 Preprints und veröffentlichte Arbeiten. Für Informatik schätzte sie bis zu 22 % LLM-veränderte Inhalte, für Mathematik und das Nature-Portfolio bis zu 9 %.
Datengrundlage: arXiv, bioRxiv und Nature-Portfolio, Januar 2020 bis September 2024
Das ist die Spannweite von vier verschiedenen KI-Konferenzen, keine Unsicherheitsspanne. Geschätzt wurde der Textanteil, der stärker als nur durch Rechtschreibung verändert wurde.
Liang et al.: KI in Peer ReviewsCoRL 6,5 %, NeurIPS 9,1 %, ICLR 10,6 %, EMNLP 16,9 %
Der offene Benchmark „Formal Conjectures“ übersetzt Forschungsfragen in Lean 4. Ein Computer kann damit jeden formalen Beweisschritt prüfen. Die 2.615 Einträge sind formale Aussagen, nicht 2.615 verschiedene ursprüngliche Forschungsprobleme.
Das sind bereits behobene Fälle. Sie zeigen, warum maschinelle Prüfbarkeit allein nicht genügt.
Internationale Mathematik-Olympiade
2024 lösten AlphaProof und AlphaGeometry 2 vier Aufgaben. 2025 löste eine fortgeschrittene Gemini-Version fünf Aufgaben unter der offiziellen Zeitgrenze. Die Punktzahlen sind sichtbar ähnlich, die Systeme und Prüfbedingungen aber nicht direkt vergleichbar.
Drei von fünf manuell in Lean übersetzten Aufgaben plus die Geometrieaufgabe, zwei bis drei Tage
5 von 6 Aufgaben, natürliche Sprache, 4,5 Stunden, internes Modell
„Silber“ und „Gold“ sind nachträgliche Vergleiche mit den jeweiligen menschlichen Punktgrenzen, keine offizielle Teilnahme der Systeme.
AlphaEvolve wurde auf mehr als 50 ausgewählte offene Probleme angewendet, die sich als Programm ausdrücken und automatisch bewerten ließen. Die veröffentlichten Angaben unterscheiden Wiederfinden und echten Fortschritt.
Nicht: 20 % der Probleme vollständig gelöst.
Drei Fundstücke
FunSearch fand in F₃⁸ eine größere Cap-Set-Konstruktion: keine drei Punkte liegen dort auf einer gemeinsamen Linie. Das ist ein endlicher mathematischer Raum, nicht gewöhnliche Geometrie.
Einordnung: Der 512er-Fund erschien in 4 von 140 Läufen. Die bessere asymptotische Grenze entstand erst nach menschlicher Deutung und einer zweiten, engeren Suche.
Nature: FunSearchAlphaTensor verbesserte den besten bekannten Stand für mehr als 70 konkrete Multiplikationstensoren. Der bekannte 4×4-Fund gilt für binäre Arithmetik, also Zahlen im endlichen Körper F₂.
Einordnung: Die mehr als 70 Rekorde betreffen konkrete, endliche Multiplikationsaufgaben. Sie sind nicht mit 70 neuen großen mathematischen Sätzen oder üblichen reellen Matrizen gleichzusetzen.
Nature: AlphaTensorEin internes OpenAI-Modell widerlegte die Vermutung, dass quadratische Gitter für das planare Einheitsabstandsproblem im Wesentlichen optimal sind.
Einordnung: Das System war intern und der technische Bericht stammt vom Anbieter. Externe Fachleute prüften den Beweis; das Ergebnis betrifft genau diese eine Schrankenvermutung. Die optimale Größenordnung des Problems bleibt weiterhin offen.
OpenAI: Unit-Distance-WiderlegungOpenAI meldete am 11. Dezember 2025 für GPT-5.2 Thinking 40,3 % auf FrontierMath Tier 1 bis 3. Die genaue damalige Fassung wurde nicht genannt. Deshalb ist die Zahl kein heutiger Modellstand.
Ein Benchmark zeigt Leistung auf genau diesem Test. Er beweist weder allgemeine mathematische Zuverlässigkeit noch Forschungsautonomie.
Was bleibt?
Modelle können Hypothesen, Programme und neue Konstruktionen vorschlagen.
Code, formale Systeme und Fachleute prüfen unterschiedliche Teile der Aussage.
Quellen, Grenzen und Beitrag der KI müssen sichtbar bleiben.